- Wuppertal
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Nach einer herzlichen Vorstellungsrunde tauchten die Kinder in eine Zeit des freien Malens, Entdeckens der Materialien und Ankommens im Atelier ein. Die Atmosphäre des Ateliers bot ihnen einen Raum zum Menschsein – fernab vom starren Schulklassenzimmer. Hier durften sie kleckern, frei sein und sich selbst entfalten. Es war ein Ort, an dem man so sein durfte, wie man war, und genau das spürten alle sofort.
Die Kinder beteiligten sich eifrig an Themengesprächen, stellten viele Fragen und arbeiteten sowohl bei der klassischen Farben- und Anatomielehre, als auch bei Gruppengesprächen über Gefühle und eigene Erfahrungen mit. Jeder hatte zu jederzeit die Freiheit, kreativ zu sein, sich zurückzuziehen oder auch das gemeinsame Fensterbild weiterzugestalten.
Die Stimmung war geprägt vom Lachen und Lernen – wir philosophierten, machten Quatsch und akzeptierten einander. Die Kinder begannen frei, sich gegenseitig zu porträtieren, sich auszutauschen und gegenseitig zu stärken. Neue Maltechniken wurden ausprobiert und das eigene Skizzenbuch begeistert genutzt, um alle Eindrücke festzuhalten. Unser Fokus lag auf Farben, Licht und Schatten, Menschen, Mimik und Emotionen sowie der Wahrnehmung und Darstellung der Umwelt und der eigenen Position darin. Durch Malübungen, die auf Tasten, Riechen, Hören, Schmecken und Sehen basierten, wurden die Sinne der Kinder geschärft.
Täglich wurde leckeres Essen geliefert, das beim gemeinsamen Essen zu regem Austausch und viel Erzählen führte. Diese Mahlzeiten stärkten das Gruppengefühl durch gemeinsame Erlebnisse und gegenseitiges Verständnis. Durch gezielt angeleitete Farbmischtechniken und das Erlernen neuer Zeichentechniken entwickelten sich die Kinder künstlerisch weiter. Von Bild zu Bild wurde deutlich, wie sie sich technisch verbesserten und ihren eigenen Stil manifestierten, sicherer und experimentierfreudiger wurden.
Am Schusterplatz malten wir frei mit Staffelei und Farbe und stellten Alltagssituationen, Menschen und die Natur dar. Die vielen freundlichen Begegnungen und Komplimente der Ölberger Menschen erfreuten uns sehr. Ob als Ritter verkleidet, größer oder kleiner, laut oder leise – wir akzeptierten unsere Individualität in der Gruppe. Zum Abschluss gestalteten wir einzelne Leinwände, die zu unterschiedlichsten Gesamtkunstwerken zusammengelegt werden konnten. So wechselten wir die Perspektive und gestalteten achtsam eine kreative Welt.
In dieser Woche haben wir alle viel über das Menschsein gelernt, und dabei sind hunderte von Kunstwerken entstanden. Mich rührte es zutiefst, diese Werke zu betrachten und an die gemeinsamen Momente zu denken. Wir haben uns gegenseitig gutgetan und eine Erfahrung der ganz besonderen künstlerischen Art gemacht.
Besonderer Dank galt der projektbeteiligten Künstlerin Antonia Lammertz, Anna Lisa Tuczek, Kulturrucksack-Beauftragte der börse Wuppertal, Kulturrucksack NRW, der Landesregierung Nordrhein-Westfalen und der Stadt Wuppertal.